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Wirkstoffmengen

Die Verordnung (EG) Nr. 1185/2009 über Statistiken zu Pestiziden (Pflanzenschutzmittel-Statistikverordnung) verlangt unter anderem auch, dass für jeden Wirkstoff, der in den ausgewählten Erhebungskulturen (siehe PAPA-Startseite) angewendet wird, die im jeweiligen Mitgliedsstaat ausgebrachte Gesamtmenge ermittelt wird. Diese Wirkstoffmengen sind in Kilogramm anzugeben.

Die in der Spalte „Schätzwert" aufgelisteten Werte sind das Ergebnis einer Hochrechnung für Deutschland auf der Basis der PAPA-Erhebungen. Aufgrund der geringen Stichprobengrößen sind diese Werte in vielen Fällen mit hohen Unsicherheiten behaftet. Deshalb wird zusätzlich der Bereich (untere Grenze „uG", obere Grenze „oG") angegeben, in dem mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 % der tatsächliche Wert für die ausgebrachte Gesamtmenge liegt.
Sollte in der Spalte „uG" der Wert „0" stehen, so ist dieser als reiner Rechenwert zu interpretieren. Der jeweilige Wirkstoff ist in jedem Fall mindestens einmal angewendet wurden, sonst würde er in der Tabelle nicht auftauchen.
Andererseits können in der Liste auch Wirkstoffe fehlen, die in Deutschland durchaus in geringem Umfang zum Einsatz kamen; aber eben nicht in den PAPA-Erhebungsbetrieben.

WICHTIG:
Aus den Werten „ausgebrachte Gesamtmenge" kann man NICHT unmittelbar auf die Anwendungshäufigkeit, auf die Anwendungsfläche oder die Anwendungsintensität des Wirkstoffes schließen! Das soll durch die folgenden Beispiele verdeutlicht werden.
Beispiel 1:
Die Wirkstoffe Cyazofamid und Mancozeb sind beide in Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule in Kartoffeln enthalten. Während Cyazofamid dabei mit 80 g/ha ausgebracht wird, beträgt die zugelassene Aufwandmenge (zugel. AWM) von Mancozeb rund 1400 g/ha (je nach PSM). Das heißt, dass bei Ausbringung der gleichen Wirkstoffgesamtmenge mit Cyazofamid mehr als das 15fache der Fläche behandelt würde (im Vergleich zu Mancozeb).
Beispiel 2:
Diflufenican und Florasulam waren 2014 im Winterweizen die am häufigsten verwendeten herbiziden Wirkstoffe. Beide Wirkstoffe sind in einer Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln enthalten. Diflufenican wurde auf rund 1400 Tha angewendet; Florasulam auf ca. 1300 Tha. Die ausgebrachten Wirkstoffmengen unterschieden sich aber bei ähnlichem Anwendungsumfang um das 30fache! Laut Hochrechnung wurden 2014 in Deutschland rund 125 t Diflufenican (zugel. AWM: ca. 100 g/ha) und rund 4 t Florasulam (zugel. AWM: ca. 3 g/ha) ausgebracht.
Beispiel 3:
In der Kultur Apfel wurden in Deutschland 2014 auf rund 30 % der Anbaufläche Pflanzenschutzmittel angewendet, die Granuloseviren enthalten. Die Granuloseviren gehören damit zu den fünf wichtigsten insektiziden Wirkstoffen im Apfel (bzgl. Anwendungsverbreitung). Die ausgebrachte Gesamtmenge dieses Wirkstoffes betrug allerdings laut Hochrechnung nur knapp 200 kg! Die berechnete Gesamtmenge für den vom Anwendungsumfang vergleichbaren insektiziden Wirkstoff Flonicamid betrug dagegen rund 1000 kg; also das Fünffache.

KULTUREN

Winterweizen
2011  |  2012  |   2013  | 2014  |  2015

Wintergerste
2011  2012  |  2013  | 2014  |  2015

Winterraps
Da in Raps bei einigen PSM (Caramba, Carax, Folicur, Matador, Tilmor) trotz aller Bemühungen nicht unterschieden werden kann, ob diese als Fungizid oder als Wachstumsregler oder als beides gleichzeitig ausgebracht wurden, wurden alle Fungizide und alle Wachstumsregler in einem gemeinsamen Wirkstoffbereich (Fungizide/Wachstumsregler) zusammengefasst.

2011  |  2012  |  2013  |  2014  |  2015

Kartoffeln
2011  |  2012  |  2013  |  2014  |  2015

Mais
2011  2012  2013  2014  |  2015

Zuckerrüben
2011  |  2012  2013  2014  |  2015

Hopfen
2011  |  2012  2013  2014  |  2015

Apfel
2011  |  2012  |  2013  |  2014  |  2015

Wein
2011  2012  |  2013  |  2014  |  2015